Verein: Offener Brief unseres KFA Vorsitzenden

Offener Brief unseres KFA-Vorsitzenden!

(Quelle:kfa-suedthueringen.de)

Wie soll es mit dem Spielbetrieb weitergehen? Vor dieser Frage steht momentan ganz Fußball-Deutschland. Der Thüringer Fußball-Verband informierte am 2. Mai mit einem sogenannten "Webinar" die Vereine des Landesverbandes. Die Verfahrensweise dieser Veranstaltung nahm der Vorsitzende des KFA Südthüringen - Dittmar Börner - zum Anlass, einen offenen Brief zu verfassen.


"Offener Brief des KFA-Vorsitzenden im Fußballkreis Südthüringen

Dieses Schreiben erfolgt mit der Zustimmung der KFA-Mitglieder und ist nach dem gestrigen Webinar des TFV mit den Vereinen aus meiner Sicht einfach erforderlich.  Zu meiner Person: Von 1976 – 1990 Vorsitzender Jugendausschuss im KFA Hildburghausen. 1990 bis 2012 KFA-Vorsitzender im Kreis Hildburghausen.

Seit 2012 Vorsitzender des Fußballkreises Südthüringen. Damit dienstältester KFA-Vorsitzender in Thüringen. Über 40 Jahre tätig als Übungsleiter im Nachwuchs- und Männerbereich, 20 Jahre Schiedsrichter (bis zur Bezirksliga) und im eigenen Verein Abteilungsleiter und 2.Vorstand.

Warum dieser Brief ? Das Webinar des TFV am 2.Mai sehe ich als Tiefpunkt in 30 Jahren TFV an. Hier wurde in dieser Veranstaltung nur der Versuch unternommen, die Vereine in Thüringen in ihrer Meinung zur Saison 2019/20 zu beeinflussen, um den Vorschlag des Präsidiums (4 Personen) und des Spielausschussvorsitzenden (Sven Wenzel) bei der folgenden Umfrage zuzustimmen. Schon die Überschrift des Vortrages, Vorschlag des Vorstandes war falsch, denn es gibt bis heute keinen Beschluss des Vorstandes (21 Personen, davon 9 KFA-Vorsitzende). Dazu konnte kein Vertreter, der für einen Abbruch votiert, Stellung nehmen. Hier bleibt die Demokratie auf der Strecke liegen. Das Schwingen der Keule Rechtsunsicherheit ist widerlegbar, dazu hätte sich der TFV schon längst beim FV Westfalen erkundigen können, der ein Rechtsgutachten hat erstellen lassen.

Dazu nun einige Informationen. Es gab am 06. April 2020 eine Telefonkonferenz des Präsidiums mit den 9 KFA-Vorsitzenden und dem Spielausschussvorsitzenden zum Thema Fortsetzung der Saison. Sven Wenzel informierte über seine Umfrage bei den Vereinen der Verbandsliga + Landesklassen. Zwei Drittel der Vereine hatten sich dabei für eine Annullierung der Saison (Sprich: Abbruch) ausgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt sah Wenzel keine andere Lösung als Abbruch der Saison. Anschließend gaben die KFA Vorsitzenden ihre Stellungnahme ab. Die KFA ́s (Eichsfeld-Unstrut-Hainich, Mittelthüringen, Nordthüringen, Rhön-Rennsteig und Südthüringen) sprachen sich für einen Abbruch aus. Erfurt-Sömmerda und Jena-Saale-Orla waren noch unentschlossen. Die KFA-Vorsitzenden Ostthüringen und Westthüringen meldeten sich nicht zu Wort. Warum Westthüringen keinen Standpunkt hatte, ist unerklärlich, denn sie hatten im Fußballkreis schon eine Umfrage bei ihren Vereinen durchgeführt, mit dem Ergebnis, keine Fortführung der Saison über den 30.Juni hinaus.  Am 21. April 2020 fand eine Vorstandssitzung per Video-/Telefonkonferenz statt. Dort folgte eine 180 Gradwende des Spielausschussvorsitzenden.

Er favorisierte plötzlich das Modell der Fortführung der Saison, wie auch das Präsidium, analog Bayern (dort hatte sich der Vorstand mit Hilfe von Webinars und anderen fragwürdigen Methoden die Zustimmung der Vereine eingeholt). Nach einer widersprüchlichen Debatte wurde entschieden, die Vereine zu informieren und dann abstimmen zu lassen. Warum nun der Sinneswandel des Spielausschussvorsitzenden? Wenn die Saison 2020/21 erst nach dem 01.09.2020 beginnen kann, kommt er mit seinen vier Staffeln im Land mit seinem Spielsystem (Hin-und Rückrunde) und Rahmenspielplan in große Schwierigkeiten. Dazu kämen bei einem Abbruch der Saison 2019/20 (Aufsteiger und keine Absteiger), dies wäre eine rechtliche Lösung, weitere Spieltage hinzu. Andere Lösungen zum Spielsystem hat der Spielausschuss wahrscheinlich nicht in Petto und Vorschläge von anderen Sportfreunden oder KFA`s werden grundsätzlich abgelehnt, mit der Begründung, es fehlt die rechtliche Grundlage oder Absicherung.  


Nur zur Erinnerung: 4 Staffeln im Landesspielbetrieb, aber über 60 Staffeln in den Kreisen. Dort hat die überwiegende Mehrheit der Mannschaften seit November 2019 kein Pflichtspielmehr bestritten, also eine Spielpause von 9 Monaten, wenn im September der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. In diesem Zeitraum wird es auch Veränderungen in den Aufgeboten der Vereine geben. Unfassbar ist auch die Einbeziehung des Jugendspielbetriebes in diese Abstimmung, denn bei keiner vorhergehenden Beratung wurde darüber eine Diskussion geführt.

Die Unstimmigkeiten zwischen Präsidium sowie Spielausschuss und den Kreisfußballausschüssen, die in den letzten Jahren immer mehr offen auftraten, werden hiermit sicher noch verschärft. Es gab in dieser Richtung schon deutlich bessere Zeiten, wie unter unserem ersten Präsidenten Werner Triebel und dem langjährigen Vorsitzenden des Spielausschusses, Gerald Rössel, die immer in engen Kontakt zu den KFA`s standen. Sonst wäre auch die Kreisreform im TFV nicht zustande gekommen, wenn Gerald Rössel nicht so eng mit den KFA-Vorsitzenden in dieser schwierigen Angelegenheit in kollegialer Zusammenarbeit stand.

Der KFA Südthüringen führt zur Zeit auch eine Umfrage ohne öffentliche Beeinflussung (im Anhang zu sehen) unter seinen Vereinen zur Beendigung oder Fortführung der Saison 2019/20 durch. Zum jetzigen Zeitpunkt haben 78% abgestimmt (davon sind 33 % für Annullierung der Saison, 54 % für Abbruch (mit Aufsteiger, keine Absteiger) und 13 % für Fortsetzung der Saison). 74 % haben dem Vorschlag zur Durchführung der Saison 2020/21 zugestimmt.

Unabhängig vom Ausgang der Umfrage des TFV wird der KFA Südthüringen seine Vereine beim noch durchzuführenden Kreisfußballtag über dem dann vom Kreisfußballausschuss vorgelegten Spielsystem abstimmen lassen. Nur zur Information wie in anderen Landesverbänden (21 im DFB) bis jetzt abgestimmt wurde, auch dort gaben die Präsidien den Vorschlag zur Fortführung der Saison 2019/20.

Für Annullierung oder Abbruch Berlin 80%  -  Mecklenburg-Vorpommern 81 %  -  Rheinland 83 %  -  Saarland 70 %  -Westfalen 88 % + 100 % der KFA   -   Schleswig-Holstein 100 % der KFA   -   Niederrhein 87 – 95 % in einzelnen Staffeln   -   Niedersachsen 2/3 der Vereine  -  Brandenburg für Abbruch zum 30.06.  -   Sachsen für Abbruch, keine Zahlen veröffentlicht

Für Fortführung der Saison Bayern über 60 % Mittelrhein 50,14 %  (2 Stimmen Mehrheit)                     

Mit sportlichem Gruß Dittmar Börner"

Mannschaften

1. Mannschaft

2. Mannschaft

D1 - Junioren